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Brauchtum
Brauchtum ist grundlegend alles,
was sich eine Gruppe zur Gewohnheit werden lässt. „So ist es bei
uns Brauch!“, heißt es dann. Im Brauch zeigt sich, aber auch die
Mentalität und der Charakter einer bestimmten Gruppe. Ebenso
schweißen sich die gemeinsamen Bande stets aufs Neue zusammen.
Für unsere Vorfahren war das Brauchtum aber vor Allem Realität,
keine Gewohnheit sondern ein magischer Austausch mit der Welt.
In jedem Tanz und jedem Ritus musste die Welt neu geordnet
werden, der Kampf war stets ein neuer, obgleich Generationen
lang wiederholt. Sprangen die Maskentänzer zum Beispiel nicht
hoch genug, wie dies heute noch von den Perchten in Tirol
behauptet wird, war das Wachstum der Region in diesem Jahr
gefährdet. Bräuche und spirituelles Denken können nicht getrennt
werden. Um das frühmittelalterliche Leben und seinen Ausdruck in
Symbolen, Trachten, Zierformen und Handlungsweise besser
verstehen zu können ist es wichtig das damalige Denken der
Menschen, soweit als Möglich mit einzubeziehen. Unser Verein
versucht daher auf Grundlage moderner Forschung auch Ansätze
altkultureller Bräuche und Sitten zu entwerfen, welche wiederum
zur Diskussion und zu weiteren Forschungen anregen sollen. Dazu
gehört vor allem die Erforschung und Darstellung von Mythen,
Tänzen, Brauchtum im Jahreskreis, gesellschaftliche Riten und
Gebräuche und das Vorhandensein und Funktion bestimmter Gruppen,
wie die Ältesten, Seherinnen, Schamanen, oder Goden.
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