Alamannische
Brauchtums- und Kulturgemeinschaft
Vorarlberg

Alamannisches Museums-Dorf
Mäder



Alamannen

Die Alamannen, ein germanischer Stammesbund, besiedelten ca. in der zweiten Hälfte des 6.Jh.n.Zr. Vorarlberg. Das heutige Wissen über die Alamannen  wird vor Allem von der Archäologie getragen und von Schriftquellen gestützt. Dazu kommen die Ergebnisse der Experimentalarchäologie, Abbildungen und Vergleiche in den Norden, oder zu verwandten Kulturen. Das Gesamtbild das daraus entsteht ist zwar immer noch sehr lückenhaft, aber dennoch schon ungeheuer spannend, lehrreich und tiefsinnig.  

Da es genügend Nachschlagewerke gibt, wollen wir hier lediglich eine Übersicht über wichtige Daten in der Geschichte der Alamannen geben: 

213 n. Ztr.   Erste Nennung des Namens „Alamanni“ in römischen Schriften anlässlich eines Sieges des römische Kaisers M. Aurelius Antoninus (Caracalla) über Germanen im fernen „Barbaren“ – Land. 

233               Durch Einfall germanischer Scharen (wahrscheinlich Alamannen) wird Kaiser M. Aurelius Severus Alexander gezwungen seinen Perserfeldzug aufzugeben um sich den Grenzprovinzen Obergermanien und Raetien zu widmen. 

259/260        Ein Weihestein in der Nähe von Augsburg (v. Marcus Simplicisimus Genialis) berichtet über den Sieg der Römer gegen Semnonen und Juthungen. Letztere werden im 4. Jh. als Teilstamm der Alamannen bezeichnet. 

357              Schlacht bei Straßburg. Nachdem den Alamannen versprochene Gebiete von den Römern wieder zurückverlangt wurden, kam es zur Schlacht bei Straßburg, wobei der alamannische König Chnodomar in einem Gehölz umstellt und gefangen genommen wurde. Nach zwei Jahren im römischen Kerker verstarb Chnodomar. 

496/97          Schlacht bei Zülpich. Die Alamannen unterliegen einem Aufgebot des fränkischen Königs Chlodwig. Der Name des alamannischen Anführers ist nicht bekannt. Große Gebiete Alamanniens vornehmlich die nördliche Hälfte geraten unter fränkische Kontrolle. Im Süden durften noch gewisse heimische Rechte und Sitten gepflegt werden. 

537              Erlöschen des Gothischen Einflusses und Beginn der langsamen Besiedlung Vorarlbergs durch die Alamannen. Ganz Alamannien ist nun Teil des fränkischen Reiches.   

610 - 612     Gallus und Columban erreichen Bregenz nachdem sie aus dem schweizer Gebiet flüchten mussten, da Sie dort alamannische Tempel zerstört und verbrannt hatten. Die Missionare unterbrachen auch in Bregenz eine Kultfeier auf dem Gebhardsberg gewaltsam, indem Sie das zentrale, dem Wotan geweihte Opfergefäß zerstörten und hernach den Alamannen heilige Kultgeräte und Standbilder vor der entsetzten Menge zerbrachen oder hernach in den Bodensee warfen. Daraufhin schadeten die Alamannen den Missionaren zwei Jahre lang dermaßen, dass sie Bregenz in etwa mit den Worten verließen: “Bregenz ist eine goldene Schale, aber gefüllt mit Schlangen (=Bewohner)!“ In der Tat, war der Stammesbund der Alamannen, eines der letzten heidnischen Gebiete Süddeutschlands.  

746              Blutgericht zu Cannstatt. Da, die Nachfolge im fränkischen Königshaus für die Alamannen unrechtmäßig verlief, kam es zu einem Aufstand unter Theutbald. Nach vierjährigen kriegerischen Auseinandersetzungen lud Karlmann der fränkische König, um in dieser Angelegenheit Recht zu sprechen, zu einer Versammlung, nach Cannstatt auf den Stein. Es versammelten sich die wichtigsten Häupter der damaligen Alamannia, vom Fürsten bis zum Freibauern, nach alter Sitte unbewaffnet. Sie wollten Ihre Überlieferungen geachtet wissen und ein gewisses Maß an selbständiger Rechtssprechung Karlmann ließ alle umstellen. Der größte Teil wird hingerichtet und bestraft. Man nimmt an zwischen 5-10 000 Menschen fanden hier den Tod. Die Folgen waren verheerend, denn davon erholte sich Alamannien politisch nicht mehr, wodurch es bis heute noch ein Bayern, Franken, Sachsen usw. gibt, aber kein Alamannien mehr. Die direkten Nachbarn verwenden dieses Wort heutzutage für gesamt Deutschland. Das Gebiet der Alamannia liegt heute auf fünf Staaten verteilt: Baden-Württemberg, Deutsch Schweiz, Vorarlberg, Liechtenstein und Elsass. Im Allgemeinen kann man sich merken, dass überall, wo die Verkleinerung eines Wortes mit –le gebildet wird, Alamannen nicht weit weg sind. 

Obgleich man hier sehr behutsam vorgehen muss, haben dieser Stammesbund und seine Kultur noch immer Verbindungen zu den Bewohnern der einstigen Alamannia welche wir bis heute betrachten können. Angefangen von den

Grundzügen unserer Sprache, mancher Brauch und Tanz, Orts-, Flur-, oder die Namen der Wochentage; um nur einiges zu nennen.

 

 
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